Alltagseheglück (Tipp Nr. 3)

Zu einer glücklichen Ehe gehören bekanntlich Zwei. Auch wenn ich mich gerne frage, was ich dazu beitragen kann, damit unser Miteinander noch schöner wird, versteht es sich von selbst, dass ich unsere Ehe nicht alleine aufrecht erhalten kann.

Damit Beziehung stattfinden kann, müssen sich zwei Menschen einander zuwenden. Für die „Zeit zu Zweit“ gibt es ganz unterschiedliche Konzepte und Vorlieben. Manche Paare planen monatliche Date-Nights ein, andere fahren übers Wochenende weg und wieder andere genießen den Sport oder lieber einen Kuchen miteinander. Für die Zufriedenheit in der Ehe sind diese einzelnen Ereignisse jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend. Es gibt nämlich eine ganz entscheidende Vorbedingung, die darüber entscheidet, ob die einzelnen Ereignisse ihren Zweck erfüllen oder eher als anstrengend erlebt werden: Zuwendung.

Ganz kleine unscheinbare Situationen im Alltag zeigen, ob wir uns tatsächlich zugewandt sind oder nicht. Wenn ich bereits mit meinem Kaffee am Frühstückstisch sitze und in die Küche rufe: „Kannst du bitte die Butter mitbringen?“, dann hat mein Mann unzählige Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Möglich wäre beispielsweise „Hast du sie schon wieder vergessen?“ – Unrecht hätte er damit nicht. Möglich wäre es auch, die Butter mitzubringen und mit einem abfälligen Kommentar demonstrativ auf den Tisch zu stellen. – macht er natürlich nicht. Möglich ist auch: Er bringt nicht nur die Butter, sondern gleich noch die Milch mit, die ebenfalls meistens fehlt, lächelt dabei freundlich und freut sich über die Eigenheiten seiner Frau (richtig! :-)). Wenn er abends einen Termin hat, kann er mir kurz eine Nachricht schicken: „Komme heute später!“ oder aber er ruft an, erklärt die Situation und entschuldigt sind.

Wir haben immer sehr viele Reaktionsmöglichkeiten und jede dieser kleinen Interaktionen zeigt, ob wir unserem Partner innerlich zugewandt sind oder nicht. Wenn Zuwendung in diesen vielen kleinen Interaktionen vorhanden ist, dann ist die Basis dafür geschaffen, dass auch die besonderen Ereignisse den gewünschten Erfolg bringen.

Als ich zu Beginn meiner Recherche zur Ehe in besonderen Stresssituationen bei befreundeten Paaren nachgefragt habe, wie sie mit solchen Situationen umgehen, dann wurde mir meistens geantwortet: viel Reden und viel Zeit miteinander verbringen. Ja, aber das sind ja meistens die Schwierigkeiten, wenn man mit einem viel arbeitenden Mann ins Ausland geht. Zeit ist begrenzt.

Ich würde jetzt eher sagen: Nicht die Menge macht es, sondern WIE wir miteinander reden und WIE wir die Zeit miteinander verbringen, ist entscheidend. Natürlich ist es notwendig, Zeit miteinander zu verbringen, wenn man sich begegnen will und natürlich ist es schön, wenn man sich abseits vom Alltag Inseln schaffen kann, die Beiden gut tun. Noch wichtiger ist es allerdings, wie wir miteinander umgehen, wenn wir die kleinen Notwendigkeiten des Alltags erledigen.

Wie das konkret aussehen kann? Einen schönen Einblick in ihren (Ehe-)Alltag schenkt uns Sandra in ihrem Blog 7Geisslein. Sie lebt mit ihrer Familie zwar nicht im Ausland, aber manchmal, da ist eine Durststrecke einfach eine Durststrecke, ganz egal, wo man lebt. Sicher gibt es im Ausland andere Herausforderungen, aber Stress bleibt letztlich Stress, unabhängig davon, was ihn auslöst. Darum empfehle ich euch wärmstens ihren herzerfrischend ehrlichen Bericht. Danke, liebe Sandra, dass ich deinen Artikel hier verlinken darf!

Einen weiteren Artikel darf ich euch heute empfehlen: Nadine beschreibt in ihrem aktuellen Artikel auf ihrem Blog Singpurhochdrei, wie es ihnen als Paar gelingt, für ihre Ehe immer wieder Inseln zu schaffen und Zeit mit einander zu verbringen. Mit den so ganz unterschiedlichen Alltagen im Ausland ist es nicht einfach, im Alltag immer wieder den Blick für einander zu finden. Um so schöner ist es, wenn Auszeiten in den Alltag eingebaut werden können. Danke, liebe Nadine, für deinen ehrlichen und ermutigenden Einblick in den Alltag eurer Expatehe und deine Tipps!

Wer mehr zu dem hier vorgestellten Ehetipp erfahren möchte, der schaut am besten ins Buch „Die 7 Geheimnisse einer glücklichen Ehe“ von John M. Gottmann. Da gibt es viele Anregungen und Fragen zur Selbstreflexion. Ich bin ganz froh, meine Beobachtungen hinsichtlich dieses Aspektes in seinem Buch bestätigt zu finden.

In meinem Artikel zu Ostern soll es um Vergebung gehen. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, welche Bedeutung Vergebung in eurer Ehe oder in anderen Beziehungen hat? Falls euch dazu ein Erlebnis einfällt, das ihr hier teilen würdet, freue ich mich sehr und mit mir freuen sich viele Mitleser. Gerne können wir Namen und Orte verändern. Ich glaube, nicht die Namen sind entscheidend, sondern die dahinter stehende Geschichte.

Habt einen schönen Tag!

Lilli

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