Wie fühlst du dich geliebt?

Valentinstags-Liebes-Special

Als ich meinen Sohn gestern vom Kindergarten abholte, hing an der Tür ein großes Plakat mit der Überschrift: „How do you feel loved?“. Darunter waren alle Kinder der Gruppe aufgelistet mit ihren entsprechenden Antworten.

Mary – they give me a kiss and say bye

Tom – when people hug me

George – when mommy, daddy and my sister are nice

Joshua – I dont know

Marshall – when mommy gives me a medicine when I am sick

Jane – hugs and kisses

Skylar – becouse Jesus is in my heart

Sveta – when they play with me

Barret – hugs and kisses

Hudson – when mommy just spends time with me

Alex – good

Ciara – my mommy  

Rebecca – just kissing

William – I love you

Norah – when people kiss me

Und was sagte mein Sohn? „Make food“

Und wieder geht es um Kommunikation. Wie verstehe ich, dass ich geliebt bin? Wie vermittele ich meinem Partner, dass ich ihn liebe?

Sicher habt ihr schon von den fünf Sprachen der Liebe von Dr. Gary Chapman gehört. Er beschreibt, dass wir alle auf eine bestimmte unvergleichliche Art und Weise Liebe ausdrücken und wahrnehmen. Er hat fünf „Sprachen“ herausgearbeitet, denen man den individuellen Ausdruck von Liebe zuordnen kann. Teilweise kann man sie an den Antworten der Kinder ablesen:

Lob und Anerkennung – meinem Partner sagen, was er gut gemacht hat

Zweisamkeit – Zeit mit meinem Partner verbringen, z.B. shoppen gehen, einen Film schauen oder gemeinsam im Garten arbeiten

Geschenke – die müssen aber von Herzen kommen

Helfen – Eis kratzen am Morgen, die Küche aufräumen, Papierkram erledigen etc.

Zärtlichkeit – ihr wisst schon… aber auch einfach mal zwischendurch in den Arm nehmen, über den Rücken streicheln oder einfach ein verliebtes Lächeln

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du auf eines davon besonders reagierst? Oder dass du dich abmühst, deine Liebe zeigst und dein Partner zieht irgendwie nicht richtig mit? Oder hast du dir schon mal anhören müssen, was dein Partner alles für dich tut und du merkst es nicht und nörgelst immer noch rum? Vielleicht ist es an der Zeit, sich mal genauer anzuschauen, welche Liebessprachen ihr sprecht.

Wenn du herausfinden möchtest, welche Sprache ihr sprecht, können folgende Fragen helfen:

Worüber freue ich mich am meisten, wenn mein Partner es tut?

Woran merke ich, dass mein Partner mich liebt?

Wünsche ich mir etwas, das in der Partnerschaft meiner Meinung nach zu kurz kommt? Was fehlt mir am meisten?

Welche Liebessprache wurde in meiner Familie gesprochen?

Wie haben meine Eltern mir ihre Liebe gezeigt?

Wie haben meine Schwiegereltern meinem Partner ihre Liebe gezeigt?

Gerade über das Herkunftsfamilien-Thema kann man Unterschiede in der Liebessprache feststellen. Vieles von dem, wie wir Aufmerksamkeit wahrnehmen und schenken, wurde ja bekanntlich in der Kindheit geprägt. Im Prinzip sind das alles Aufmerksamkeiten, die wir unserem Partner schenken. Nur: die eine versteht er vielleicht besser, als die andere. 

Nun gibt es die Auffassung, dass der Liebestank immer gefüllt sein muss und gefüllt würde er eben über die Sprache, die ich am besten spreche. Das wäre schade für die Paare, die unterschiedliche Sprachen sprechen. Ich denke mal, dazu gehören viele. Es gibt einige Menschen, die ganz intuitiv perfekt auf ihren Partner eingehen, aber das ist mir persönlich bisher eher selten begegnet. Bedeutet das, dass die Paare, die unterschiedliche Sprachen sprechen, das Nachsehen haben?

Natürlich ist es einfacher, zu spüren, dass mein Partner mich liebt, wenn er immer das macht, was mir besonders gut gefällt. Aber je nachdem, wie drastisch man den letzten Satz formuliert, kann man schon ahnen, dass die Erwartungshaltung dahinter illusorisch sein muss. Ich kann nicht ernsthaft erwarten, dass ein Mensch, der in komplett anderen Zusammenhängen aufgewachsen ist, meinen Bedürfnissen immer entspricht. Das bringt das Leben einfach nicht mit.

Was kann ich also tun? Ich kann herausfinden, wie mein Partner versteht, das ich ihn Liebe und ich kann ihn mit einer Liebes-Offensive überraschen. Und ich kann herausfinden, wie er mir seine Liebe versucht zu zeigen und es annehmen. Es ist ein bisschen wie eine Fremdsprache zu lernen. Am Anfang muss man viel hinhören, aber nach und nach findet man hinein. Und es gibt sogar Menschen, die irgendwann anfangen, in der Fremdsprache zu träumen.

Ich kann dieses Wissen auch einfach mal als Gesprächsanlass nehmen und wir können uns gemeinsam auf Entdeckungsreise begeben und überlegen, wie wir das Leben füreinander schöner machen können. Vielleicht wird die Fremdsprache sich nie so homogen anfühlen wie die Muttersprache, aber sie sorgt doch für ein tieferes Verstehen  und mehr Nähe.

Habt ihr schon herausgefunden, welche Liebessprache ihr sprecht? Das Gefühl, man strenge sich an, aber der Partner würde es nicht wahrnehmen, könnte in dem unterschiedlichen Ausdruck von Zuneigung begründet sein.

Hier sind ein paar Varianten aus dem Leben gegriffen:

– Das Lieblingsessen kochen (funktioniert hier super, irgendwie scheint mein Sohn schon darauf geeicht zu sein, süß oder?)

– Einen Film raussuchen und schon mal speichern, für den Heimkinoabend (Mein Mann macht das. Ich hab mich zuerst darüber geärgert und gedacht, was macht er denn jetzt schon wieder die ganze Zeit am Computer rum, bis ich gemerkt habe, dass er eine ganze Liste von Filmen gespeichert hat, die ich mögen müsste und mit denen er mich abends überrascht.)

– Zwischendrin einfach mal umarmen (Erwarte ich komischerweise von meinem Mann, mache es aber nicht selbst, kann ich ja auch mal ändern.)

– Loben (Könnte ich häufiger machen, wurde irgendwann mal angemerkt.)

– Aufräumen/ Ordnung halten (Ist ein extremer Liebesbeweis meinerseits, wenn ich versuche, bei drei kleinen Kindern das Haus abends halbwegs vorzeigbar zu haben. Klappt auch nicht immer.)

– Statt Rotwein einen Sekt aufmachen und mittrinken (Das finde ich super!)

Wahrscheinlich kennt ihr das alles schon. Aber manchmal ist es ja auch nicht schlecht, an Altbekanntes neu erinnert zu werden. Und: Hey, es ist Valentinstag! Wir haben allen Grund, ein wenig romantisch zu werden. Demnächst gibt’s wieder mehr Forschung, versprochen! Oder mögt ihr die Ratschläge?

Habt einen schönen Tag,

Lilli

Eine Antwort auf „Wie fühlst du dich geliebt?

  1. Ach ja, die liebe Liebe. Als junges Mädchen dachte ich, einfach lieben und schon klappt das. Ein paar Jahre später weiß ich, dass es doch etwas mehr braucht. Das Buch ist wirklich hilfreich, wenn es um die Liebe geht. LG, Jana

    Gefällt 1 Person

Schreibe eine Antwort zu Jana Ludolf Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s