2019 – das Jahr der Ehe?

Fast alles in unserem Leben ist auf Optimierung ausgerichtet. Vor allem im Beruf, der ja einen Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit in Anspruch nimmt, muss ständig optimiert werden: Ressourcen sollen besser genutzt werden, es muss umstrukturiert werden und, falls alles wunderbar läuft, werden die Ziele einfach höher gesteckt. Klar spricht man auch immer wieder von Work-Life-Balance, aber im Grunde genommen ist schneller, höher und besser notwendig, um im Konkurrenzkampf zu bestehen.

Warum fällt uns das nicht in Bezug auf unsere Ehe ein? Die Ehe läuft häufig nebenher, meistens so lange, bis man merkt, dass etwas gewaltig in Schieflage geraten ist. Oft werden Investitionen in die Ehe erst dann getätigt, wenn es spät oder zu spät ist.

Wie wäre es, wenn man es gar nicht so weit kommen lässt? Wie wäre es, wenn man von dem Standpunkt aus, auf dem man steht, einfach mal schaut, was so drin ist in der Ehe, wenn man in sie investiert?

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Der Blick in die Forschungsergebnisse im letzten Jahr hat mir gezeigt, wie fragil die Ehe eigentlich ist. Darum möchte ich dieses Jahr zum Ehejahr erklären. Macht ihr mit?

Als ich meinem Mann meine Entscheidung mitteilte, dass ich 2019 zum Ehejahr erkläre, machte er große Augen und fragte: „Oh, muss ich da was für tun?“ Ich würde sagen, jeder macht so viel er möchte. Mir geht es nicht darum, was ich von meinem Partner einfordern kann oder möchte – da fällt einem spontan vielleicht schon etwas ein. Es geht mir vielmehr darum, was ICH für die Beziehung tun kann. Vielleicht sagt ihr euch, ich tu ja schon so viel, eigentlich wäre mein Partner dran. Mein Tipp: Schickt ihm/ ihr einfach einen Link von diesem Artikel. Vielleicht macht er/ sie ja mit?

Falls ihr euch fragt, was man denn tun kann: Ich habe ein gutes Buch gefunden, das ich zunächst als Grundlage verwenden werde. John M. Gottman und Nan Silver haben Ehepaare in ihrem Forschungslabor in Seattle beobachtet und daraus Handlungsprinzipien abgeleitet, die zum Gelingen der Ehe führen sollen. Eine gelingende Ehe bezeichnen sie dabei als stabil und glücklich machend. In „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ beschreiben sie die Forschungsergebnisse. Eine ihrer Thesen lautet: Besser geht immer.

Besonders gut gefällt mir an ihrem Ansatz, dass er nicht vorrangig bedürfnisorientiert ist. Viele Eheratgeber vermitteln den Eindruck: wenn du in der Ehe nur bekommst, was deinen Bedürfnissen entspricht, dann hält deine Ehe. Das halte ich für zu stark vereinfacht. Immerhin ist die Ehe kein Gemüseladen oder Bäcker, in den ich gehe und mir hole, was ich brauche, sondern eine Beziehung. Es ist zu einfach gedacht, dass es einen Menschen glücklich macht, wenn er nur bekommt, was seinen Bedürfnissen entspricht. Zum Anderen reicht es mir nicht, wenn meine Ehe einfach nur hält.

Gottman stellt Verhaltensweisen vor, die sich in der Ehe multiplizieren. Das bedeutet: wenn etwas reingespielt wird in die Ehe, wird es vom Anderen aufgegriffen und zurückgespiegelt. Aber ich greife schon zu weit vor.

Heute möchte ich einladen, mitzumachen, beim Jahr der Ehe. Wahrscheinlich weißt du ohnehin schon, was deiner Ehe gut tun würde? Ich möchte einladen zu einem Jahr der Achtsamkeit für die Ehe. Ich möchte es auch als Experiment sehen: Was passiert, wenn wir einfach einen Teil der Zeit, die wir in unser Hobby stecken, in unsere Ehe investieren? Was passiert, wenn wir einen Teil des Geldes in unsere Ehe investieren? Was kann mit unserer Ehe geschehen, wenn wir ihr in diesem Jahr nicht nur ideell, sondern faktisch den Vorrang geben, zumindest immer wieder mal?

Macht ihr mit?

Ich werde weiterhin Forschungsergebnisse präsentieren, im Folgenden eben Ergebnisse von Gottman und seinem Team.

Habt einen schönen Tag!

Lilli

 

 

2 Antworten auf „2019 – das Jahr der Ehe?

  1. Wir sind dabei. Ich habe auch gerade erst meinen ersten Eheratgeber durchgelesen, dabei sind wir schon im 13. Jahr unserer Ehe.
    Ich hab ihn gelesen, nicht weil es uns schlecht ginge, sondern weil er halt schon so lange im Regal stand.
    Aber wir konnten doch einiges was gut ist und einiges was wir verbessern können identifizieren.
    Bin sehr gespannt auf deine weiteren Artikel

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